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Saatgut tauschen in der UB

Seit März 2022 entsteht eine Nachhaltigkeitsecke in der Universitätsbibliothek der TU Dortmund. Dort gibt es eine Saatgutbibliothek, in der samenfestes Saatgut getauscht und entliehen werden kann.

Die Samen-Tauschbox befindet sich im Erdgeschoss, zwischen Aufzugschacht und dem gläsernen Lesesaal.

Samen die aus Saatguttütchen herausfallen © TanyaJoy​/​AdobeStock.com
Freies Saatgut und Sortenvielfalt

Seeds – die Saatguttauschbibliothek der TU Dortmund

Diese Saatguttauschbibliothek ist für alle die Pflanzen lieben und ihren grünen Daumen bereits entdeckt haben oder noch entdecken möchten.

Ganz nach dem Motto "unser Umfeld soll bunter werden" freuen wir uns über eine rege Teilnahme von Neulingen, Gelegenheitsgärtner*innen und Menschen mit oder ohne angeborenem grünen Daumen.

Wichtige Hinweise:

  • Saatgut tauschen und die Saatgut-Tauschbox ist eine gemeinnützige und nicht kommerzielle Aktion.
  • Es dürfen keine Sorten getauscht werden, die durch das Bundessortenamt als geschützt vermerkt sind.
  • Es ist verboten die Ergebnisse (Ernten und Saatgut) aus dem Tausch zu verkaufen.
  • Alles geschieht auf eigenes Risiko – es sollte nur verzehrt werden was absolut unbedenklich und genießbar ist.
  • Manche Gemüsesorten sind nicht für den Rohverzehr geeignet. Bohnen beispielsweise sind roh giftig.
  • Samen von nicht verhüteten Kürbisgewächsen (Gurke, Kürbis, Zucchini) dürfen nicht getauscht werden. Entstehen ungewollte Kreuzungen, können diese unter Umständen unbekömmlich oder giftig sein.
Regal mit Büchern, Pflanze und einer Kiste die Saatgut in kleinen Tüten enthält. © Jona Bensberg​/​TU Dortmund
Kiste mit kleinen Tüten in denen sich Saatgut befindet. In einer Hand liegen bunte Samen. © Jona Bensberg​/​TU Dortmund

Saatgutbibliothek - Fragen und Antworten

In der Nachhaltigkeitsecke der UB befindet sich eine Holzkiste - die Saatgut-Tauschbox. Dort kann das Saatgut einsortiert werden, welches getauscht werden soll und nach anderen Sorten gesucht werden, die angebaut werden sollen. Kleine Saatguttüten können leider nicht bereitgestellt werden, diese können aber ganz einfach selbst gebastelt werden. Neben der Kiste befindet sich ein Stempel für die Tüten, sodass sie mit den wichtigsten Informationen zu Sorte und Anbau versehen werden können.

Für ein gutes Funktionieren der Saatgutbibliothek, bitte nur soviel Saatgut mitnehmen, wie auch benötigt wird und auf der verfügbaren Gartenfläche angebaut werden kann. Dann können auch andere noch tolle Sorten entdecken.

Gerade erst mit der Gärtner*innenkarriere begonnen? Dann kann gerne erstes Saatgut ausgeliehen werden, mit dem Ziel am Ende der Saison wieder frisches Saatgut zurück zu bringen.

Bereits eigenes Saatgut geerntet? Dann kann Saatgut im Verhältnis 1:1 getauscht oder auch gern überzähliges als Spende dagelassen werden.

Foto mit viel Gemüse © Jona Bensberg​/​privat

Durch die aktuelle Gesetzgebung und die starke Inanspruchnahme der Natur durch den Menschen wird die biologische Vielfalt immer stärker ausgedünnt. Das betrifft auch die Vielfalt von Nutzpflanzen, die wir jeden Tag zu uns nehmen.

Zunehmend gehen Nutzpflanzensorten verloren und auch das Wissen über den Anbau sowie den Erhalt von Saatgut. Durch den Tausch von samenfestem Saatgut tragen wir gemeinsam dazu bei, das Wissen und biologisch wertvolle Sorten und die Vielfalt zu erhalten. Zudem ermöglicht es neue Züchtungen und Vermehrung von Nutzpflanzen.

Alle TU-Angehörigen sind eingeladen, miteinander Saatgut zu tauschen, zu entleihen, anzubauen oder gemeinsam zu gärtnern.

Die Vermehrung von Saatgut ist abhängig davon, um welche Pflanze es sich handelt. Die Kerne einer Paprika und auch eine Bohne kann man leicht als Saatgut identifizieren, aber wie bekommt man Saatgut von zum Beispiel einer Möhre?

Bei unserer Saatgutbibliothek geht es vor allem darum, Saatgut miteinander zu tauschen und anzubauen. Literatur und Informationen zur Saatgutgewinnung findet sich in den Regalen neben der Samen-Tausch-Box. Wir freuen uns, wenn diese genutzt werden und dann auch gewonnenes Saatgut, nach der Ernte wieder zum tauschen in der Saatgutbibliothek bereitgestellt wird.

Hat der Anbau nicht geklappt oder es kann kein Saatgut zurückgebracht werden? Keine Sorge, auch wenn es Saatgutbibliothek heißt: Es gibt keine Ausleihquittung und basiert auf Vertrauen und der Idee vom gemeinsamen Tauschen und Gärtnern.

Das (vermehrte) Saatgut kann in selbstgefaltete Samentütchen verpackt werden. Eine Faltanleitung für das Samentütchen kann hier heruntergeladen werden.

In der Tauschbox soll ausschließlich samenfestes Saatgut getauscht werden. "Samenfest" nennt man Sorten, die sich durch traditionelle Methoden wie Bestäubung durch Wind oder Insekten vermehren lassen. Dabei behalten sie ihre sortenspezifische Eigenschaften wie Geschmack, Größe oder Farbe bei. Samenfestes Saatgut ist bei richtiger Vermehrung immer wieder nutzbar und produziert die gleiche Pflanze.

Im Gegensatz zu samenfesten Sorten sind die meisten Sorten auf dem Markt "Hybride". Diese werden durch Inzucht in der eigenen Linie und darauf folgender Kreuzung gezüchtet. Dadurch erhalten sie besondere Eigenschaften, zum Beispiel besonders große Früchte oder Schädlingsresistenzen. Die entstehende Tochergeneration nennt man auch F1 Hybride. Sie hat die gewünschten Eigenschaften besonders ausgeprägt. Der Effekt geht aber in der folgenden Generation verloren, die Sorte divergiert wieder auseinander, sie ist nicht stabil in ihren Eigenschaften. So kann es passieren, dass die Früchte von Saatgut eines F1 Hybriden unterschiedlichste Farben, Größe und Geschmacksrichtungen haben.

Hybridsaatgut erkennt man oft am Aufdruck auf der Verpackung, gekennzeichnet durch "F-Hybrid" oder "F1". Samenfestes Saatgut wird in der Regel nicht besonders gekennzeichnet.

Pflanzen nehmen unterschiedlich viel Platz weg und liefern auch sehr unterschiedliche Erntemengen. Je nach Pflanzenart werden in einem Gemüsegarten die Samen eher einzeln, in Reihen oder mti anderen Methoden angebaut.  Einige Anhaltspunkte, sodass nach der Aussaat nicht kiloweise Saatgut überbleibt:

  • Tomaten und Paprika: 3-4 Pflanzen pro m²
  • Kürbis,  Zucchini, Melonen, Gurken: 1 Pflanze pro m²
  • Buschbohnen: 15 Samen pro Meter (Reihensaat)
  • Stangenbohnen: 8-10 Samen für eine dicke Stange
  • Möhren: 50 Samen pro Meter (Reihensaat)
  • Brokkoli, Blumenkohl, Rotkohl, Grünkohl: 4-6 Pflanzen pro m²
  • Pastinake und rote Bete: 7-10 Pflanzen pro Meter (Reihensaat)
  • Knoblauch und Zwiebeln: 6-10 Pflanzen pro Meter (Reihensaat)

Die Erntemengen sind extrem unterschiedlich. Ein Samenkorn einer Möhre ergibt nur eine einzige Möhre, wohingegen ein Samenkorn einer Zucchini eine Pflanze erzeugt, die einen kleinen Haushalt eine gesamte Saison mit Zucchinis versorgen kann. Es lohnt sich also, vorher zu überlegen, wie viel Platz man im Garten oder auf dem Balkon hat und welche Pflanzen dort stehen sollen. Saatgut verliert nach einiger Zeit die Keimkraft, bei einigen Pflanzen bereits nach einem Jahr. Daher sind kleinere Saatgutmengen besser geeignet, da sie auch tatsächlich aufgebraucht werden. Außerdem bleibt so mehr zum Tauschen und Teilen.

Das Nachhaltigkeitsbüro stellt einen Aussaatkalender zur Verfügung. Die Zeitpunkte der Aussaat sind nach Sorte und Jahreszeit sortiert. In dem Kalender ist zudem vermerkt, ob das Saatgut zu Hause in einem Topf vorgezogen werden muss oder ob direkt im Freiland gesät werden kann.

Für eine sichere Saatguternte ist folgendes zu beachten:

  • Saatgutbeutel sollten so genau wie möglich (mit Art und Sorte) beschriftet werden - über Aussaathinweise und Tipps freut sich jede*r Empfänger*in.
  • Ausschließlich Saatgut das ohne Einsatz von Pestiziden, Pflanzenschutzmitteln und künstliche Dünger herangezogen wurde sollte verwendet werden.
  • Die Samen sollten von Pflanzenresten gereinigt werden und einige Tage offen gut durchgetrocknet werden.
  • Es sollen nur samenfeste (Bio-)Sorten - keine Nachkommen von F1-Hybriden verwendet werden. F1-Hybride sind gezielte Kreuzungen, die nicht sortenrein nachgezogen werden können.
  • Saatgut tauschen und die Saatgut-Tauschbox ist eine gemeinnützige und nicht kommerzielle Aktion.
  • Es dürfen keine Sorten getauscht werden, die durch das Bundessortenamt als geschützt vermerkt sind.
  • Es ist verboten die Ergebnisse (Ernten und Saatgut) aus dem Tausch zu verkaufen.
  • Alles geschieht auf eigenes Risiko – es sollte nur verzehrt werden was absolut unbedenklich und genießbar ist.
  • Manche Gemüsesorten sind nicht für den Rohverzehr geeignet. Bohnen beispielsweise sind roh giftig.
  • Samen von nicht verhüteten Kürbisgewächsen (Gurke, Kürbis, Zucchini) dürfen nicht getauscht werden. Entstehen ungewollte Kreuzungen, können diese unter Umständen unbekömmlich oder giftig sein.

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.