Forschungsaktivitäten
Die Anteile nachhaltiger Forschungsprojekte und Publikationen mit Nachhaltigkeitsbezug pro Jahr geben einen Hinweis darauf, in welchem Umfang Nachhaltigkeit im Forschungsprofil der TU Dortmund verankert ist.
Forschungsprojekte
Nachhaltigkeit ist in zahlreichen laufenden Forschungsprojekten der TU Dortmund verankert – sowohl als explizites Forschungsziel als auch als übergreifendes Thema. Die Projekte greifen ökologische, soziale und ökonomische Transformationsherausforderungen auf und sind häufig durch inter- und transdisziplinäre Ansätze geprägt. Inhaltlich reicht das Spektrum von der Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme und ressourceneffizienter Materialien über resiliente Infrastrukturen und urbane Transformationsprozesse bis hin zu Fragen sozialer Gerechtigkeit, Bildungsgerechtigkeit und Governance.
Etwa ein Viertel der Forschungsprojekte an der TU Dortmund weist einen Bezug zur Nachhaltigkeit auf. Diese Abschätzung basiert auf der Antrags- und Projektdatenbank für Drittmittelprojekte, die seit dem 01.01.2024 die Forschungsprojekte der TU Dortmund erfasst; eine feste Zuordnung oder Klassifizierung im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit besteht derzeit jedoch nicht. Zur Ermittlung des Anteils nachhaltigkeitsbezogener Forschungsprojekte wurden daher alle in der Projektdatenbank verzeichneten Projekte anhand definierter Schlagworte durchsucht. Die daraus entstandene Ergebnisliste wurde anschließend stichprobenartig auf Plausibilität geprüft. Ergänzend wurden Projekte berücksichtigt, die im Landesforschungsbericht dem Forschungsfeld „Globalisierung und Nachhaltigkeit“ zugeordnet sind. Folgende Projekte sind erfolgreiche Beispiele für Forschung zum Thema Nachhaltigkeit an der TU Dortmund:
Der Sonderforschungsbereich/Transregion „Spatio-temporal Statistics for the Transition of Energy and Transport“ ist ein gemeinsames Projekt von TU Dortmund und Ruhr-Universität Bochum. Der seit 2024 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte TRR 391 entwickelt statistische Methoden zur Modellierung und Prognose verlässlicher Daten in wirtschaftlichen und technischen Anwendungen. Die Ergebnisse sollen die Entscheidungsfindung in der Transportlogistik unterstützen, präzise Ergebnisse zur Wind- und Solarstromerzeugung ermöglichen und zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen der Umweltpolitik auf die Energiepreise beitragen.
Im von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Dortmund koordinierten Horizon-Europe-Projekt HealingBat werden selbstreparierende Batterietechnologien entwickelt. Das mit 5,8 Millionen Euro geförderte Forschungskonsortium arbeitet an intelligenten Lithium-Schwefel-Batterien mit integrierten Sensor- und Selbstheilungsfunktionen, die zukünftig Energiespeichersysteme langlebiger, effizienter und nachhaltiger machen.
Unter der Leitung des Fachgebiets Raumplanung der TU Dortmund untersucht das EU-finanzierte Projekt LAND4Climate, wie naturbasierte Lösungen die Klimaresilienz Europas systematisch stärken können. Mit einer Finanzierung von 13 Millionen Euro und 16 Partnern in sechs Ländern ergründet das Konsortium, wie private Flächen für Anpassungsmaßnahmen genutzt werden können, um so Klimarisiken zu verringern und die Wiederstandsfähigkeit städtischer und ländlicher Gebiete zu verbessern.
Im Forschungsprojekt "SUPER - Sustainable Future Steel Production and People Recruiting and Skilling" arbeitet die Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) mit Partnern aus ganz Europa zusammen und bringt ihre Expertise in den Bereichen soziale Innovation und industrieller Wandel ein. Das EU-geförderte Projekt adressiert zentrale Herausforderungen auf dem Weg der Stahlindustrie zur Klimaneutralität und fördert einen integrierten Ansatz zur Dekarbonisierung durch die Verknüpfung von technologischem Fortschritt und Personalentwicklung.

Das 2018 eröffnete Testzentrum Hochspannungs-Gleitstrom-Übertragung (HGÜ) der TU Dortmund treibt die Energiewende in Deutschland voran: Es entwickelt Komponenten, die eine sichere und effiziente Übertragung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen über große Entfernungen hinweg ermöglichen. Unter der Leitung von Prof. Frank Jenau von Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik erproben die Forscherinnen und Forscher innovative Isolatoren und entwickeln Messysteme für den Einsatz unter extremen Bedingungen. In der Zusammenarbeit mit Industriepartnern setzen sie ihre Spitzenforschung auch in praktische Lösungen für nachhaltige Stromnetze um.

Weiterführende Einblicke bietet das Forschungsmagazin „mundo“ der TU Dortmund, insbesondere die Ausgabe mundo 36/2025 "Transformation":
Wissenschaftliche Publikationen
Zur systematischen Einordnung der Nachhaltigkeitsrelevanz der Forschung wurde eine bibliometrische Analyse auf Basis der Datenbank OpenAlex durchgeführt. Eine Abfrage in OpenAlex auf Grundlage der Sustainable Development Goals (SDGs) ergibt, dass zwischen 2020 und 2023 annähernd 50 % der Publikationen der TU Dortmund mindestens einem SDG zugeordnet werden können (vgl. untenstehende Grafik). In 2024 sinkt der SDG-Anteil auf 42 %. Darüber hinaus gibt es weitere Publikationen der TU Dortmund, die nicht in OpenAlex erfasst sind.
Der Anteil an Open-Access-Publikationen (unabhängig vom Open-Access-Typ) steigt leicht von 55 % in 2020 auf ca. 60 % in 2024 und unterscheidet sich nur geringfügig zwischen Publikationen mit und ohne SDG-Zuordnung.
Die obere interaktive Grafik stellt die Anzahl der Publikationen mit Bezug auf SDGs als Säulendiagramm dar. Sie ist unterteilt in “Publikation mindestens einem SDG zugehörig” und in “zu keinem SDG zugehörig”.
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| related to the SDGs (assigned to at least 1 SDG) | 1226 | 1294 | 1365 | 1553 | 1213 |
| not related to the SDGs | 1082 | 1126 | 1180 | 1267 | 1664 |
| sum | 2308 | 2420 | 2545 | 2820 | 2877 |
Die Grafik unten zeigt den relativen Aktivitätsindex der TU Dortmund für das Jahr 2024, d. h. den Anteil der wissenschaftlichen Publikationen der TU Dortmund in einem SDG im Verhältnis zum weltweiten Anteil der wissenschaftlichen Publikationen in demselben SDG sowie den relativen Aktivitätsindex für Deutschland. Durch diese Normierung ergibt sich weltweit jeweils ein Wert von 1. Im Zeitraum von 2020 bis 2024 sind die thematischen Schwerpunkte auf bestimmte SDGs stabil. Besonders stark vertreten sind, konvergierend mit den Forschungsschwerpunkten der TU Dortmund:
- SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur,
- SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie,
- SDG 10: Weniger Ungleichheiten,
- SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden und
- SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen.
Die Grafik stellt die relative Aktivität der TU Dortmund, Deutschland und der Welt in Bezug auf die SDGs dar. Die Y-Achse listet die SDGs (von SDG 1 bis SDG 16), während die X-Achse die relative Aktivität (0,0 bis 2,0) zeigt. Genaue Zahlen sind der untenstehenden Tabelle zu entnehmen:
| SDG | Anzahl Publikationen TU Dortmund | relative Aktivität TU Dortmund | Anzahl Publikationen Deutschland | relative Aktivität Deutschland |
|---|---|---|---|---|
| SDG 9 | 125 | 1,75 | 7045 | 1,11 |
| SDG 4 | 55 | 1,61 | 2257 | 0,75 |
| SDG 11 | 74 | 1,34 | 3448 | 0,71 |
| SDG 1 | 13 | 1,14 | 929 | 0,92 |
| SDG 10 | 38 | 1,06 | 2537 | 0,80 |
| SDG 12 | 31 | 0,82 | 3037 | 0,90 |
| SDG 13 | 34 | 0,76 | 4920 | 0,82 |
| SDG 8 | 32 | 0,76 | 3074 | 1,24 |
| SDG 5 | 13 | 0,64 | 1302 | 0,73 |
| SDG 16 | 18 | 0,58 | 2315 | 0,85 |
| SDG 7 | 61 | 0,52 | 9179 | 0,88 |
| SDG 3 | 163 | 0,41 | 32370 | 0,92 |
| SDG 6 | 9 | 0,21 | 2130 | 0,57 |
| SDG 15 | 4 | 0,14 | 2709 | 1,06 |
| SDG 2 | 4 | 0,12 | 2567 | 0,90 |
| SDG 14 | 1 | 0,04 | 1622 | 0,82 |









